Neue Platte

Another Vision – Stranger EP

Neue Musik gibt es im digitalen Zeitalter wahrlich zu Hauf - Another Vision sollte man aber dringend gehört haben.

Synthi und Gitarre


Es ist eine spannende Wahl die Michael Schmücking und Moritz Kristmann 2015 getroffen haben: Synthesizer und Gitarren-, Bassriffs sollten die Basis für ihr neues musikalisches Projekt bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern gibt es bei Another Vision allerdings keinen einzigen Ton aus der “Dose”, jedes Riff, jeder Beat und jede Begleitung wird händisch eingespielt. Das merkt man auch, wenn man sich den Erstling – Stranger EP – zu Gemüte führt.

Das in Wien lebende Tiroler Gespann stellt sich mit vier Songs vor und nimmt den Hörer auf eine Reise mit. Melancholisch schwebt man mit, wenn man in Stranger die eigene Vergangenheit bewältigt. Dabei wird man von Beginn an abgeholt, fühlt sich vertraut und wohl. Vieles erinnert an die 80er-Jahre, man kommt um den fast schon klassischen New Order-Vergleich nicht herum – ein Phänomen dem sich Synthi-Pop-Bands oft aussetzen müssen. “Dabei gehört New Order nicht einmal zu den Bands, die wir privat häufig hören”, verrät Schmücking im Interview. Der Vergleich stimmt auch nur bedingt, Another Vision hebt sich schon jetzt von den vielen Genre-Kompagnons ab. Things verdeutlicht das und dürfte dank einer unglaublich geschickten Symbiose aus Synthesizer und Bassriffs jedem Hörer länger im Ohr nachhaltig stecken bleiben.

Another Vision sind sicherlich nicht die neuen New Order, viel mehr darf man die beiden Musiker mit der australischen Psychedlic-Rock Band Tame Impale vergleichen. Damit dürfte klar sein, wohin die Reise gehen kann. Der erste Anfang ist gesetzt, man darf gespannt sein, was noch alles nach kommt. Für’s erste steht aber eindeutig fest: In den Jahresbestenlisten findet man die Stranger EP definitiv wieder. Another Vision ist eines der spannendsten Projekte die die österreichische Popwelt derzeit zu bieten hat!

Live kann man das Duo erstmals am 15. Dezember im Curtain in Wien erleben. Die aktuelle Platte kann man im iTunes-Store erwerben oder via Spotify streamen. Für das grandiose Cover ist der Wiener Künstler Mathias Schaffer aka MatizMind zuständig. Wer die Band via Crowdfunding unterstützen will, kann das hier machen.


Im Video